• Blog Permakultur

Wir können Permakultur als eine Art Anbausystem im Garten und in der Landwirtschaft sehen. Und auch als einen Weg, die Welt zu verändern. Viele Menschen, die sich für Permakultur interessieren, sehen darin einen Ansatz, die Welt in einer positiven Weise zu gestalten, anstatt dauernd zu versuchen, die Entwicklungen zu stoppen, die wir nicht wollen. In der Permakultur geht es immer darum, wie wir die Welt kreieren, die wir uns wünschen.

Für viele von uns mag die Vorstellung, wir könnten uns die Welt so machen, wie sie uns gefällt, sehr weit hergeholt erscheinen. Der Lockdown hat das Land fest im Griff. Die Gräben in der Gesellschaft werden scheinbar immer größer und die wirtschaftlichen, psychischen und sozialen Folgen der Pandemie-Bekämpfung immer bedrohlicher.

In so einer Situation denken viele Menschen darüber nach, wie man die Politik verändern kann. Überlegungen werden angestellt, wie man die Mächtigen überzeugt und die großen Strukturen ändert. Doch das ist der alte Weg, die Welt zu verändern - der neue Weg zur Veränderung stellt seine Wirksamkeit bereits unter Beweis. Es ist der Weg, sich selbst zu verändern. Wenn Du dich veränderst und auch dein Handeln veränderst, ist das nicht nur ein winzig kleiner Beitrag zu einer größeren Veränderung, sondern der mächtigste Weg zu Veränderung überhaupt.

Einer der wichtigsten Gründe dafür ist sehr einfach:  wenn Du etwas nach Permakultur-Prinzipien gestaltest, tust Du Dir ganz persönlich etwas Gutes und gleichzeitig verkleinerst Du Deinen negativen Fußabdruck in der Welt. Dabei ist es gleichgültig, ob Du sofort die Renovierung Deines ganzen Hauses angehst oder ob Du erstmal mit einem Blumentopf auf der Fensterbank den ersten kleinen Schritt tust, mehr Lebensmittel selbst zu erzeugen. Dies spiegelt eins der drei ethischen Prinzipien der Permakultur wider „Sorge für die Menschen“ oder „people care“. Sorge für die Manschen umfasst immer, aber besonders in Zeiten wie diesen, die Selbstfürsorge. Wenn Du etwas machst, von dem Du persönlich profitierst und mit dem es Dir so richtig gut geht, dann ist das darüber hinaus wahrscheinlich attraktiv für andere Menschen. Sie werden sagen: „Wow, das mache ich auch“. Hingegen sind Menschen, die immer nur gegen etwas kämpfen und sich darin verausgaben, nur für sehr wenige Menschen nachahmenswert.

Viele Menschen möchten etwas von Veränderungen, die sie leisten, haben. Und das am liebsten direkt. Permakultur-Strategien bringen direkten Nutzen für Menschen, die sie als erste anwenden. Darüber hinaus sind sie einfach und oft ohne großen Aufwand nachzumachen. Ein gewichtiger Vorteil ist, dass man meistens dazu keine Genehmigungen oder die Erlaubnis des Staates braucht. Eben so wenig benötigt man einen Kredit von der Bank zur Finanzierung. Das ist wichtig, denn wenn diese Strategien von einem nennenswerten Anteil der Bevölkerung angewandt werden, sind sie eine echte Gefahr für einige der negativen Machtstrukturen in unserer Gesellschaft. Viele der zentralisierten Systeme, der Großkonzerne, der Regierungen mit ihren Steuereinnahmen reagieren nicht sensibel auf lautes Schreien. Autonomie und echte Selbstverantwortung können aber sehr subversiv wirken.

Es lohnt sich also, die Prinzipien und Strategien der Permakultur genauer auf ihre Wirksamkeit und Wirkungsweisen in der Krise, in der wir uns gerade befinden (oder in den Krisen, in denen wir uns befinden – denn Klima, Artenvielfalt und globale Gerechtigkeit sind auch noch nicht gerettet) zu untersuchen.

In den nächsten Wochen nehme ich dich hier an dieser Stelle mit auf eine Erkundungsreise zu den einzelnen Prinzipien der Permakultur und ganz konkreten Ideen für die jetzige Situation.

Wenn Du sofort beginnen willst, säe schon mal in einem einfachen Glasschälchen auf Küchenkrepp ein paar Kressesamen aus oder stell Dir ein Töpfchen Petersilien ans Fenster. Wenn es Dich jeden Tag daran erinnert, dass Du sehr wohl auch im Moment in der Lage bist, Schritte zu gehen, die die Welt so machen, wie sie Dir gefällt, dann verändert auch ein einzelner Blumentopf die Welt.